Auf diesen Seiten finden Sie viele Tipps und Anregungen für digitale Austauschprojekte. Nutzen Sie unseren Erfahrungsschatz zur Umsetzung Ihres Projekts. Viel Spaß beim Entdecken!

Digitaler Austausch praktisch

Im Folgenden geben wir einige Hinweise dazu, wie sich die grundsätzlichen Überlegungen zur digitalen Zusammenarbeit in einer online-Begegnung umsetzen lassen:

Inhaltliche Planung
Technische Planung
Methodische Planung
Durchführung
Nachbereitung und Evaluierung

 

 1. Inhaltliche Planung

Nun endlich kann die gemeinsame inhaltliche Planung beginnen. Gehen Sie dabei vom Allgemeinen zum Spezifischen, von den Zielen über Themen zu Format und Form. Dann können Sie die Detailplanung Ihres Projekts in Angriff nehmen.

  • Gemeinsame Ziele finden

    • Was wollen Sie mit Ihrem Projekt erreichen? Diskutieren Sie diese Frage im deutsch-russischen Team, bedenken Sie dabei die Zielebenen (persönlich, für die Teilnehmenden, für die Organisation, gesellschaftlich). Was muss geschehen, damit Sie das Projekt als erfolgreich betrachten und wie wollen Sie das messen (Evaluierung – Feedback)?
  • Spannende Themen finden

    • Was interessiert die Teilnehmenden, was interessiert Sie als Leitungsteam? Besprechen Sie Ihre Ideen mit Partnern und Teilnehmenden und bedenken dabei, was sich digital gut umsetzen lässt.
  • Format und Form

    • Passend zu Zielen und Themen legen Sie nun das Format des Projekts fest. Soll es eine Einzelbegegnung werden? Wie lang soll sie sein, in welchem Rhythmus sollen Treffen stattfinden (Tipp: für vier Wochen einmal wöchentlich ist genauso möglich wie an vier Tagen hintereinander). In welcher Form wollen Sie arbeiten – nur digital oder in einer Kombination aus online- und offline-Phasen? Wie lange sollen die Phasen dauern?
  • Programmplanung

    • Nachdem ein Termin gefunden ist, können Sie nun den Programmablauf planen. Gehen Sie dabei chronologisch vor. Planen Sie nicht mehr als zwei Stunden online am Stück, denken Sie an Pausen.
  • Sprache und Begegnung

    • In internationalen Begegnungen ist es üblich, dass unterschiedliche Sprachen gesprochen werden. Einigen Sie sich auf Arbeitssprachen und stellen die Verständigung sicher. Ob es eine gemeinsame Sprache gibt, welche das ggf. ist oder ob mit Sprachmittlung gearbeitet werden soll, ist Ihnen überlassen. Finden Sie eine geeignete Lösung für Ihr Projekt und Ihre Gruppe. (Tipp: Wenn simultan gedolmetscht wird, muss das Konferenztool das ermöglichen – wie z.B. bei Big Blue Button oder Zoom)
  • Verhaltensregeln

    • Um gut gemeinsam arbeiten zu können, sollten sich Teilnehmende und Leitung auf Grundregeln einigen. Sinnvoll ist es, diese schriftlich festzuhalten. Hier können Dinge wie Anwesenheit, Dauer, Gesprächsregeln u.v.a.m. geregelt werden (Tipp: Wenn die Veranstaltung in einer Sprache stattfindet, die nicht für alle Muttersprache ist, sollte dabei auch Sprechtempo, Pausen und Diskussionsdisziplin berücksichtigt werden.).

2. Technische Planung

Wichtig bei der technischen Planung ist vor allem, dass Sie Ihr Begegnungsprojekt gemeinsam mit Ihrem Partner planen. Denken Sie dabei an:

  • Voraussetzungen

    • Besprechen Sie, welche technischen Voraussetzungen alle Mitglieder des Leitungsteams, alle Teilnehmenden und Partner haben. Das betrifft Internetverbindungen, vorhandene Endgeräte und deren Möglichkeiten (Laptop, Smartphone, Tablet), Mikro und Kamera. 
  • Toolauswahl

    • Wählen Sie die Tools danach aus, was sich für Ihre Ziele eignet und womit Sie bzw. Ihre Teilnehmenden gut zurechtkommen. Weniger ist mehr: Es kommt nicht auf die Vielfalt der technischen Tools an, sondern ob Sie sich damit auskennen und Ihre Ziele erreichen können. Beachten Sie bei der Auswahl Datenschutzfragen (hier findet sich eine Übersicht nach Phasen des Projektmanagements oder in diesem Padlet nach Ziel/Funktion sortiert).
  • Personalplanung: Planen Sie redundant.

    • Sie sollten mindestens zwei Leitungspersonen (wenn die Technik versagt...), eine Person zur technischen Unterstützung sowie ggf. jemanden, der*die  den Chat betreut, einplanen. Haben Sie außerdem Telefonnummern oder andere Kontaktmöglichkeiten neben der gewählten Plattform parat (z.B. einen Chat oder Messenger-Kanal)! Ungünstig ist es, wenn eine Person zu viele Rollen hat.
  • Technik und Macht

    • Aufgaben im Sinne der technischen Betreuung bringen auch Macht mit sich. In vielen Systemen können vom Host Teilnehmende stumm geschaltet werden oder Teilnehmende aus der Veranstaltung entfernt werden. Gehen Sie mit diesen Möglichkeiten verantwortlich um und bedenken vor der Veranstaltung, welche Rechteeinstellungen Sie bei den Tools vornehmen und was Sie den Teilnehmenden erlauben.
  • Testen Sie Ihre Technik!

    • Testen Sie vorab im Team und mit den Vortragenden alle technischen Details – Lautstärke (Mikro), Bildschirm teilen, Bildschirm teilen und gleichzeitig sprechen, Beleuchtung. Überlegen Sie gemeinsam, was wann wo gebraucht wird und erstellen Sie einen Ablaufplan mit technischen Hinweisen.

3. Methodische Planung

Lassen Sie sich bei der Planung der Methoden vom Ziel leiten. Auch hier gilt: Besprechen Sie im deutsch-russischen Team und (soweit möglich) mit den Teilnehmenden, was sich wofür eignet und womit sich wer wohlfühlt. Planen Sie auch die Zeiten, die benötigten Mittel und die Verantwortlichkeiten möglichst genau.

  • Planen Sie Verbindendes

    • Machen Sie sich bewusst, dass persönlicher Kontakt und Begegnung im digitalen Raum nicht automatisch geschieht und überlegen Sie, wie Sie das organisieren können (siehe Punkt 3 bei Erfolgskriterien).
  • Finden Sie Einstiege

    • Der Einstieg in eine Programmeinheit soll inhaltlich und atmosphärisch auf das Folgende einstimmen. Holen Sie die Teilnehmenden ab, planen Sie viel Zeit für ein Kennenlernen ein (hier gibt es Tipps).
  • Denken Sie an Energizer

    • Auch Pausen und aktivierende Methoden müssen eingeplant werden (hier ist ein Padlet mit Anregungen).
  • Denken Sie an Sprachanimation

    • In bilateralen Begegnungen spielt Sprache eine ganz besondere Rolle. Egal was Ihre gemeinsame Arbeitssprache ist, lohnt es sich immer, alle Alltags- bzw. Herkunftssprachen in der Begegnung sichtbar zu machen. Hierzu eignet sich Sprachanimation – das geht auch online (Anregungen finden sich hier).

4. Durchführung

Wie bei allen Projekten wird Ihnen auch bei digitalen Begegnungen nicht alles so gelingen wie geplant. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Folgende Tipps können dabei helfen:

  • Ruhe bewahren

    • Niemandem ist geholfen, wenn Sie selbst in Hektik oder Panik verfallen, sollte etwas nicht so funktionieren wie geplant. Atmen Sie tief durch und nehmen die Herausforderung an. Vielleicht entsteht ja sogar etwas Spannendes?
  • Flexibel reagieren

    • Da Sie alle wissen, welche Verantwortlichkeiten wer hat und was das gemeinsame Ziel ist, haben Sie in herausfordernden Situationen eine gute Grundlage für Ideen, wie Sie reagieren können. Stimmen Sie ggf. per Chat oder Messenger spontane Änderungen ab.
  • Authentisch bleiben

    • Niemand erwartet, dass Sie perfekt sind und alles können – auch die Teilnehmenden nicht. Setzen Sie sich nicht unnötig unter Druck.
  • Kommunizieren

    • Passiert etwas Unerwartetes, sollten Sie kommunizieren was geschieht und warum. Solange die Teilnehmenden wissen, was los ist, fühlen sie sich aufgehoben.

5. Nachbereitung und Evaluierung

Nach dem Projekt ist vor dem Projekt: Um das Ganze abzurunden muss noch nachbereitet und ausgewertet werden. An folgendes sollten Sie dabei denken:

  • Evaluieren

    • Die Nachbereitung umfasst auch eine Evaluierung im Team und mit den Teilnehmenden. Überlegen Sie, welche Tools und Methoden Sie nutzen wollen. Halten Sie Ihre Ergebnisse fest um sie für weitere Projekte nutzen zu können.
  • Ergebnisse kommunizieren

    • Denken Sie am besten schon vor dem Projekt, spätestens aber im Nachgang daran, Ihre Projektergebnisse zu kommunizieren. An wen und wie, sollten Sie idealerweise schon vorher festgelegt haben. 
  • Die nächsten Schritte planen

    • Wenn Sie schon einmal zusammen auswerten, planen Sie doch gleich Ihre weitere partnerschaftliche Zusammenarbeit. Besprechen Sie, was Sie gelernt haben und was Sie für die Zukunft in Angriff nehmen wollen.