Grundlagen zum deutsch-russischen Jugendaustausch:
Unterstützung und Beratung

Unterstützung und Beratung für Träger des beruflichen Jugendaustausches 

Stefan Metzdorf und Nathalie Schnabel 

Jugendliche mit Interesse an einem Auslandsaufenthalt können in Deutschland ein breitgefächertes Beratungsangebot nutzen. Vielen ist aber nicht bekannt, dass Auslandspraktika auch während der Ausbildung möglich sind. Dabei gibt es verschiedene Förderangebote.

In der Öffentlichkeit, in Schulen und in Unternehmen ist noch unzureichend bekannt, dass auch Auszubildenden die Tür ins europäische und weltweite Ausland offensteht. Diese Information mit anderen Angeboten zu Auslandsaufenthalten zusammenzuführen, bietet einen großen Mehrwert für die jugendliche Zielgruppe. Deshalb kooperiert die Nationale Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) mit der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch und anderen Fördereinrichtungen. Schließlich ist entscheidend, dass Auszubildende sowie Berufsfachschülerinnen und Berufsfachschüler selbst erkennen, welche Relevanz berufsbezogene Auslandserfahrung für sie hat – und wie ein Auslandsaufenthalt im „normalen“ Ausbildungsgeschehen stattfinden und finanziert werden kann. Die NA beim BIBB ist mit der Umsetzung des EU-Förderprogramms Erasmus+ sowie des nationalen Förderprogramms AusbildungWeltweit des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) betraut und bietet hierzu einen umfassenden Service. 

Auslandsmobilität in der Berufsbildung im Überblick

Eine Flipchart mit verschiedenen Notizzetteln

Die NA beim BIBB informiert und berät Jugendliche, Ausbildungsverantwortliche, Lehrkräfte, Berufsbildungseinrichtungen sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren über die Möglichkeiten von geförderten Auslandsaufenthalten während der Berufsausbildung. Die Webseite www.meinauslandspraktikum.de bündelt und veranschaulicht Informationen, die bei Planung und Durchführung der Auslandsaktivitäten mit Erasmus+, AusbildungWeltweit und weiteren Förderprogrammen helfen. Diese Seite wurde speziell für die Zielgruppe der Jugendlichen und (angehenden) Auszubildenden erstellt. Erfahrungsberichte als Video- oder Fotostorys ermutigen zum Schritt ins Ausland. Auch eine Telefon-Hotline zur persönlichen Erstberatung ist geschaltet. Eine wesentliche Information für Auszubildende ist, dass Ausbildungsabschnitte im Ausland laut Berufsbildungsgesetz als Teil der Berufsausbildung gelten. Die Ausbildungsvergütung wird währenddessen weitergezahlt. 

Neue Fördermöglichkeiten für Russland-Aufenthalte mit AusbildungWeltweit

Das noch junge Förderprogramm AusbildungWeltweit bietet neue Perspektiven für ausbildungsbezogene Lernaufenthalte in der Russischen Föderation. Diese Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt weltweite Auslandsaufenthalte während der Berufsausbildung. Bislang wurden etwa 1.400 Lernaufenthalte in über 40 Ländern auf allen Kontinenten bewilligt. 

Der Fokus von AusbildungWeltweit liegt auf der Förderung von Aufenthalten Auszubildender, die während ihrer Ausbildung eine Lernphase im Ausland absolvieren. Förderfähig sind praxisorientierte Auslandsaufenthalte von drei Wochen bis drei Monaten von Auszubildenden sowie Schülerinnen und Schülern in einer Erstausbildung nach BBiG/HwO sowie nach Bundes- oder Landesrecht. Darüber hinaus können betriebliche Ausbilderinnen und Ausbilder Auslandsaufenthalte von zwei Tagen bis zwei Wochen realisieren. Thematisch soll ein Bezug zur eigenen Ausbildungstätigkeit in Deutschland gegeben sein. Lehrkräfte an beruflichen Schulen können nicht für Lern- oder Lehraktivitäten gefördert werden, dürfen aber vorbereitende Besuche für die künftige Entsendung von Auszubildenden durchführen.

Antragsberechtigt sind ausbildende Unternehmen, berufliche Schulen, Kammern und weitere Berufsbildungseinrichtungen. Eine enge Kooperation der Lernorte Betrieb und berufliche Schule ist auch im Zusammenhang mit internationalen Ausbildungsmaßnahmen gewinnbringend. Es können Kosten für die Reise, den Aufenthalt, Vor- und Nachbereitung sowie den Organisationsaufwandbezuschusst werden. Für Menschen mit Behinderung gibt es zusätzliche Fördermöglichkeiten, um eine angemessene Betreuung sicherzustellen.

Stefan Metzdorf leitet das Team AusbildungWeltweit in der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB).

Nathalie Schnabel ist als Wissenschaftliche Mitarbeiterin zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit von AusbilungWeltweit.

Weiterführende Informationen

zur Berechnung der Zuschüsse und zur Antragstellung finden Sie unter www.ausbildung-weltweit.de. Flyer, Plakate und Postkarten können Sie unter www.ausbildung-weltweit.de/publikationen bestellen. Die persönliche Beratung erreichen Sie unter 0228-107-1611 und per E-Mail unter ausbildung-weltweit@bibb.de.

Informationen für die junge Zielgruppe sind unter www.meinauslandspraktikum.de zusammengefasst. Eine übergreifende Beratung wird unter 0228-107-1646 und per E-Mail unter meinauslandspraktikum@bibb.de angeboten.