Jugendforum der Städtepartnerschaften

Stadtentwicklung durch Jugendaustausch

Die deutsch-russischen Beziehungen erleben eine schwierige Phase. Bereiche der zivilgesellschaftlichen Zusammenarbeit wie Städtepartnerschaften oder Jugendaustausch haben deshalb eine noch größere Bedeutung als sonst. Beides miteinander zu verbinden, d.h. mit zukunftsfähigen Projektideen von Jugendlichen, die sich für die Belange ihrer Städte interessieren, Städtepartnerschaften neue Impulse zu verleihen – darum ging es beim Jugendforum der Städtepartnerschaften in Hamburg. 

Unter dem Titel "Stadtentwicklung durch Jugendaustausch" fand vom 30. September bis 5. Oktober 2018 das zweite Jugendforum der Städtepartnerschaften in Hamburg statt. Zu den Oberthemen „Sozialraum Stadt", „Ökologie und Nachhaltigkeit" sowie „Mobilität und Digitalisierung" haben die rund 60 jugendlichen Teilnehmenden konkrete Austauschprojekte zwischen ihren Städten entwickelt, mit dem Ziel, den Jugendaustausch zwischen den Partnerstädten zu beleben.

Eröffnet wurde das Jugendforum von der Hamburger Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, Dr. Melanie Leonhard, dem Botschafter der Russischen Föderation, Sergej Netschajew, und Michael Nowak, Referent im Auswärtigen Amt, eröffnet. „Sie sind der Beweis dafür, dass die Jugend in unseren beiden Ländern ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen und mitgestalten möchte.“, so Senatorin Dr. Melanie Leonhard. Botschafter Sergej Netschajew machte deutlich, dass der Erfolg der bilateralen Beziehungen im Wesentlichen davon abhängt, ob junge Menschen daran beteiligt sind.

Teilgenommen haben die folgenden 10 Städtepartnerschaftsteams:

Dortmund – Rostow am Don haben auf offizieller Ebene die Gründung eines Zentrums für deutsch-russischen Austausch auf Basis einer NGO/eines Vereins vereinbart. Im Jahr 2018/19 soll eine deutsch-russische Gedenk-Aktion an in Dortmund getötete sowjetische Zwangsarbeiter; eine Begegnung zum Thema „Sprachen- und Kulturvielfalt / interkulturelles Lernen“ stattfinden.

Duisburg – Perm erarbeiteten die Idee von Mikroprojekten im Bereich nachhaltiger Stadtentwicklung auf Quartiersebene, welche im Rahmen eines Wettbewerbs durchgeführt werden sollen.

Emden – Archangelsk stellten sich die Frage „Was macht eine Stadt für junge Menschen attraktiv?“, um der Abwanderung junger Fachkräfte in Großstädte entgegenzuwirken.

Essen – Nishnij Nowgorod befasste sich mit der Idee, ein deutsch-russisches Jugend- und Freiwilligennetzwerk ins Leben zu rufen, mit dem Ziel die ehrenamtliche Betreuung von Menschen mit Behinderung gemeinsam zu gestalten.

Hagen – Smolensk sahen Handlungsbedarf im Bereich ökologischer Bildungsprojekte und erarbeiteten ein Konzept mithilfe von Freiwilligen marode Fahrradwege zu verschönern und diese im zweiten Schritt auch instand zu setzen.

Halle – Ufa erarbeiteten während des Jugendforums ein Radioprojekt mit dem Ziel die eigene Städtepartnerschaft regional bekannter zu machen. Dieses soll einen kulturellen Einblick aus Sicht von sich im Austausch befindender freiwilliger Jugendlicher aus beiden Ländern zu gewähren und eine breitere Masse erreichen.

Hamburg – St. Petersburg beschäftigten sich mit der Schaffung eines Konzepts für die Durchführung von Workshops für Jugendliche zu den Themen Zugang zu bezahlbaren/nachhaltigen Verkehrssystemen/ Wohnraum, Senkung von Umweltbelastungen oder Grünflächen/ öffentliche Räume.

Jena – Wladimir konzipierten die Realisierung eines YouTube-Kanals, bei dem es darum gehen soll die eigene Städtepartnerschaft vorzustellen, bekannter zu machen und mit Stereotypen zu brechen.

Karlsruhe – Krasnodar hatten die inhaltliche Ausarbeitung der 2019 stattfindenden YouConf, einer trilateralen Städtepartnerschaftskonferenz junger Menschen zwischen Karlsruhe, Krasnodar und Nancy zum Ziel.

Pforzheim – Irkutsk befassten sich mit der bereits während des ersten Jugendforums 2017 erarbeiteten Idee eines Pforzheim-Parks in Irkutsk. Bei diesem Zusammentreffen ging es um die architektonische Realisierung des Projekts. Ziel ist, den Platz im August 2019 einzuweihen.

Zum Abschluss des Jugendforums hatten die Teams die Gelegenheit, ihre Projektideen dem russischen Generalkonsul und den Städtepartnerbeauftragten ihrer Städte vorzustellen und die weitere Umsetzung zu besprechen.

Mit dem Jugendforum für Städtepartnerschaften endete das Deutsch-Russische Jahr der regionalen und kommunalen Partnerschaften 2017/2018. 

Ansprechpartner

Benjamin Holm

Referent Außerschulischer Austausch

benjamin.holm@stiftung-drja.de
Fon 040/8788679-14

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